Paran G'Schrey. Bilderbriefe

Bilderbriefe des Malers Paran G’Schrey (1927–1967). Der in Indien geborene Paran G’Schrey gilt als bedeutender Vertreter des deutschen Informel. Die Briefe schrieb er 1956–1959/1966 an seine spätere Frau, die Modedesignerin Katharina Schulze, sowie an Horst Antes. Dabei kombinierte er fantasievolle Zeichnungen, in denen sich menschliche Körperformen, idealistische Landschaften und Vogelmotive entdecken lassen, mit poetischen Texten und eigenen persönlichen Mitteilungen.

Biographie

Paran G’Schrey wurde am 1. April 1927 in Calicut/Indien als Sohn eines indischen Vaters und der deutschen Malerin Luise Haustein (1905­–1991) geboren. 1929 ging die Mutter mit ihm nach Deutschland (Stuttgart) und heiratete den Maler und Grafiker Ludwig G’Schrey (1907–2002), der Paran adoptierte. Die Familie zog 1933 nach Berlin, wo Paran G‘Schrey 1943/44 ein Studium an der Meisterschule für das Kunsthandwerk in Berlin-Charlottenburg aufnahm. Zu seinen Lehrern zählten Anton Weismann, Hans Orlowski und Max Kaus. 1944/45 wurde er zur Kriegsmarine einberufen und kam danach in englische Kriegsgefangenschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg studierte er 1946–1948 an der Staatlichen Akademie der Künste in Stuttgart bei Willi Baumeister. 1948–1954 setzte er das Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin fort, unter anderem bei Paul Strecker und Hans Kuhn. Daraufhin wurde er Meisterschüler von Karl Schmidt-Rottluff und entwickelte sich zu einem bedeutenden Vertreter des deutschen Informel. 1954 veranstaltete die Galerie Spitta & Leutz in Berlin seine erste Einzelausstellung. 1957 heiratete Paran G’Schrey die Modedesignerin und Studiendirektorin Katharina Schulze. Er war Mitglied der Berliner Neuen Gruppe und des Deutschen Künstlerbundes. 1961 wurde Paran G’Schrey der Villa-Romana-Preis verliehen, der ihm 1962 den Studienaufenthalt in Florenz ermöglichte. Dort lernte der junge Maler auch Horst Antes näher kennen, der sich gleichzeitig als Stipendiat der Villa Romana in Florenz aufhielt. Malerei und Grafik Paran G‘Schreys dieser Villa-Romana-Zeit präsentierte die Galerie S 1963 in Berlin, gemeinsam mit Skulpturen und Zeichnungen seines Freundes Gerson Fehrenbach.

Am 6. Dezember 1967 setzte Paran G’Schrey seinem Leben in seinem Berliner Atelier ein Ende.

Archiv und Sammlung

Im Paran-G’Schrey-Archiv befinden sich Skizzenbücher, Bilderbriefe und Korrespondenz, vor allem mit Katharina G’Schrey. Biografische Unterlagen, wenige Privat- und Werkfotos sowie Ausstellungsmaterialien ergänzen den Bestand.

Die Bilderbriefe an Katharina G’Schrey sind transkribiert und veröffentlicht in: Katharina Ehrlicher (Hg.): Paran G’Schrey. Ein Herbstblatt vom Asphalt. Liebesbriefe. Berlin 2013.

Bestandsgeschichte

Nach der Retrospektive Paran G’Schrey (1927–1967). Ein Maler des deutschen Informel 2002 im Haus am Waldsee, in der auch die Bilderbriefe des Künstlers umfassend präsentiert wurden, übergab Katharina Ehrlicher (vormals Katharina G’Schrey) den schriftlichen Nachlass Paran G’Schreys in Form einer Schenkung. Er befindet sich seit 2003 im Archiv der Akademie der Künste.

Zitierweise

Akademie der Künste [AdK] Berlin, Paran-G'Schrey-Archiv