Robert Kahn. Späte Kammermusik

Aus den nicht gedruckten, ausschließlich in Form von Manuskripten überlieferten Werken des Komponisten Robert Kahn (1865-1951) zeigt die digitale Sammlung der Akademie der Künste eine Auswahl, darunter das Klavierquintett D-Dur von 1926, die Variationen über ein altes Lied für Violine und Klavier, ebenfalls von 1926, die Serenade für Streichtrio (1933) und die beiden Lieder „Ihr“ (Text: Irma Schneider-Franken, 1917) und „Sehnsucht“ (Text: Ricarda Huch, 1920), die ursprünglich zur Veröffentlichung in einem Zyklus unter der Opuszahl 72 vorgesehen waren. Die genannten Werke fallen alle in die späte Schaffensperiode des Komponisten, als er auf dem Höhepunkt seines Ruhmes stand. Von der Königlichen Akademie der Künste in Berlin wurde er 1916 zum Ordentlichen Mitglied und 1917 zum Senator berufen. Die Serenade hingegen, Kahns letztes Kammermusikwerk, steht am Beginn seiner „inneren Emigration“, bevor er 1939, aller Ämter und Würden beraubt, Deutschland verlassen musste.

Biographie

1916 Mitglied, 1917 Senator der Preußischen Akademie der Künste, 1934 ausgeschlossen.
1882-1885 Studium an der Königlichen Hochschule für Musik in Berlin sowie 1885-1886 in München, 1886 prägende Begegnung mit Johannes Brahms, dem er 1887 nach Wien folgt, 1890-1893 Korrepetitor an der Leipziger Oper und Leiter eines Frauenchors, seit 1893 Dozent und 1904-1930 Professor für Komposition an der Hochschule für Musik in Berlin, 1938 Emigration nach England; Kompositionslehrer u.a. von Wilhelm Kempff, Ferdinand Leitner, Günter Raphael, Nikos Skalkottas, Karl Klingler, Arthur Rubinstein; Liedbegleiter und Kammermusikpartner u.a. von Amalie Joachim, Johannes Messchaert, Josef Joachim, Josef Szigeti, Adolf Busch.

Archiv und Sammlung

Der ca. 1,7 laufende Meter umfassende Archiv- und Sammlungsbestand enthält Notenhandschriften und -drucke, darunter für das "Tagebuch in Tönen", darüber hinaus Fotos und einzelne biographische Dokumente.

Bestandsgeschichte

Der Nachlass gelangte 2010 als Schenkung ins Archiv der Akademie der Künste, Berlin.